Donnerstag, 17.09.2009
Doppelader, welche du oxidierst unter der Erde...
Es ist schlecht, wenn eine Vermittlungsstelle geschlossen wird.
Es ist gut, wenn dafür eine neue gebaut wird.
Es ist schlecht, wenn das alte Gebäude etliche Jahre leer steht.
Gut ist es wiederum, wenn sich dann doch noch ein Käufer findet.
Es ist schlecht, wenn der Käufer noch kein Telefon hat.
Es ist gut, dass es für solche Zwecke mich gibt. ;)
Es ist schlecht, wenn keine Telefondose vorhanden ist.
Es ist gut, wenn im System dennoch Leitungen frei sind.
Es ist schlecht, wenn man nicht weiß, welche Leitung die richtige ist.
Es ist gut, dass man automatisch buchen kann, so dass ein Techniker den Anschluss manuell schaltet.
Es ist verdammt scheiße, wenn der Techniker keine Leitung finden kann, weil seinerzeit sämtliche Technik so weit zurückgebaut wurde, dass wahrscheinlich Erdarbeiten notwendig sind.
Es ist ein schwacher Trost, wenn dennoch ein Telefonanschluss mit DSL geschaltet ist... irgendwo auf dem Grundstück... ein paar Meter fuffzig unter der Erde...
Mal sehen, wie es weitergeht.
Es ist gut, wenn dafür eine neue gebaut wird.
Es ist schlecht, wenn das alte Gebäude etliche Jahre leer steht.
Gut ist es wiederum, wenn sich dann doch noch ein Käufer findet.
Es ist schlecht, wenn der Käufer noch kein Telefon hat.
Es ist gut, dass es für solche Zwecke mich gibt. ;)
Es ist schlecht, wenn keine Telefondose vorhanden ist.
Es ist gut, wenn im System dennoch Leitungen frei sind.
Es ist schlecht, wenn man nicht weiß, welche Leitung die richtige ist.
Es ist gut, dass man automatisch buchen kann, so dass ein Techniker den Anschluss manuell schaltet.
Es ist verdammt scheiße, wenn der Techniker keine Leitung finden kann, weil seinerzeit sämtliche Technik so weit zurückgebaut wurde, dass wahrscheinlich Erdarbeiten notwendig sind.
Es ist ein schwacher Trost, wenn dennoch ein Telefonanschluss mit DSL geschaltet ist... irgendwo auf dem Grundstück... ein paar Meter fuffzig unter der Erde...
Mal sehen, wie es weitergeht.
Montag, 14.09.2009
Telekom und Deutsche Bank...
...FBI und Scotland Yard,
Finanzamt und das BKA
haben uns're Daten da
So ähnlich heißt es in dem Klassiker der Kultband Kraftwerk. Und tatsächlich haben wir viele Daten unserer Kunden, denn die sind nunmal für unsere Leistungserbringung notwendig. Allerdings erwarten einige Kunden doch zu viel von uns, zum Beispiel wenn es um Gewährleistungsfälle geht: Nicht jeder Kauf ist bei uns im System registriert, auch wenn er mit einem Vertrag im Zusammenhang steht. Deswegen kann ich nur jedem raten, unbedingt Kassenbelege, Rechnungen und Lieferscheine aufzuheben. Häufig kommt es vor, dass Kunden ohne Kaufbeleg im Laden stehen und erwarten, dass wir das Kaufdatum im System haben. Wenn es das nicht ist, müssen wir uns immer häufiger anhören, dass das ja nicht sein könne und man in diesem Scheißladen doch wissen müsse, wann der werte Herr denn seinen Krempel bei uns erworben habe.
Das Dumme ist nur, dass man als Kunde den Kauf nachweisen muss. Das ist jedem klar, der bei einem Kleidungsstück, einem Verstärker oder Computerzubehör Gewährleistung geltend machen möchte. Sobald man allerdings bei uns im Laden ist, gelten andere Gesetze, denn schließlich arbeiten wir nahezu ausschließlich an Computern und dementsprechend müssen Kaufdaten,Penisgrößen, sexuelle Vorlieben und der Flensburger Punktekontostand "dort drin" sein.
Sicherlich ist es so, dass gerade im Mobilfunkbereich tatsächlich die Kaufdaten anhand der Systeme ermittelt werden können - das funktioniert auch meistens sehr gut, aber eben nicht immer. Deswegen sollte man es als angenehme Dienstleistung hinnehmen, sich aber keinesfalls darauf verlassen.
Also: Wer seine Unterlagen verbaselt ist in erster Linie selbst schuld und darf dementsprechend in keinem Geschäft erwarten, dass das Kaufdatum dort problemlos ermittelt werden kann. Wenn doch - Glück gehabt. Wenn nicht - persönliches Pech. Ich und viele Kollegen überreichen unseren Kunden die Kaufbelege nicht ohne Grund mit dem Hinweis, diese für die nächsten zwei Jahre gut aufzubewahren.
Finanzamt und das BKA
haben uns're Daten da
So ähnlich heißt es in dem Klassiker der Kultband Kraftwerk. Und tatsächlich haben wir viele Daten unserer Kunden, denn die sind nunmal für unsere Leistungserbringung notwendig. Allerdings erwarten einige Kunden doch zu viel von uns, zum Beispiel wenn es um Gewährleistungsfälle geht: Nicht jeder Kauf ist bei uns im System registriert, auch wenn er mit einem Vertrag im Zusammenhang steht. Deswegen kann ich nur jedem raten, unbedingt Kassenbelege, Rechnungen und Lieferscheine aufzuheben. Häufig kommt es vor, dass Kunden ohne Kaufbeleg im Laden stehen und erwarten, dass wir das Kaufdatum im System haben. Wenn es das nicht ist, müssen wir uns immer häufiger anhören, dass das ja nicht sein könne und man in diesem Scheißladen doch wissen müsse, wann der werte Herr denn seinen Krempel bei uns erworben habe.
Das Dumme ist nur, dass man als Kunde den Kauf nachweisen muss. Das ist jedem klar, der bei einem Kleidungsstück, einem Verstärker oder Computerzubehör Gewährleistung geltend machen möchte. Sobald man allerdings bei uns im Laden ist, gelten andere Gesetze, denn schließlich arbeiten wir nahezu ausschließlich an Computern und dementsprechend müssen Kaufdaten,
Sicherlich ist es so, dass gerade im Mobilfunkbereich tatsächlich die Kaufdaten anhand der Systeme ermittelt werden können - das funktioniert auch meistens sehr gut, aber eben nicht immer. Deswegen sollte man es als angenehme Dienstleistung hinnehmen, sich aber keinesfalls darauf verlassen.
Also: Wer seine Unterlagen verbaselt ist in erster Linie selbst schuld und darf dementsprechend in keinem Geschäft erwarten, dass das Kaufdatum dort problemlos ermittelt werden kann. Wenn doch - Glück gehabt. Wenn nicht - persönliches Pech. Ich und viele Kollegen überreichen unseren Kunden die Kaufbelege nicht ohne Grund mit dem Hinweis, diese für die nächsten zwei Jahre gut aufzubewahren.
Sonntag, 13.09.2009
Offene Fragen
In der Ausbildung lernt man, dass offene Frage extrem wichtig sind, damit die Kunden dazu bewegt werden, viel zu erzählen und somit wichtige Informationen zu liefern. In meiner Azubi-Naivität stellte ich einer älteren und sehr gepflegten Dame in meiner Blauäugigkeit die überaus individuelle Frage, was ich denn für sie tun könne. Sie legte mir ihre Unterlagen auf den Tisch und erzählte:
"Also, ich wohne in Berlin, das heißt, ich wohnte dort, aber ich bin umgezogen und nun wohne ich hier. Ich war vor ein paar Wochen in Berlin bei der Telekom und habe dort meinen Telefonanschluss abgemeldet. Dann habe ich bei Ihren Kollegen angerufen, die übrigens sehr nett waren und mich sehr gut beraten haben. Dort habe ich meinen neuen Telefonanschluss angemeldet und ich habe auch einen neuen Tarif genommen, denn ich telefoniere ja sehr viel und eben gerade nach Berlin. Deswegen habe ich mich ja für eine Flaterate entschieden, aber ohne den Computerkram, denn wissen Sie, ich bin ja nun auch schon älter und kenne mich mit diesen modernen Dingen nicht aus. Da brauche ich kein Internet oder wie das heißt. Jedenfalls habe ich Post bekommen, dass ich am 26. September meinen Telefonanschluss bekomme. Die Kollegen haben mir auch gesagt, dass ein Techniker zu mir nach Hause kommen wird, und zwar am Vormittag. Ich freue mich schon darauf, denn gerade wenn man so weit weggezogen ist, dann is man doch froh wenn man allen sagen kann, dass es einem gut geht und hier ist es ja auch sehr schön. Jedenfalls kommt der Techniker am Vormittag, weil er etwas umschalten muss, so sagte der Herr am Telefon. Hier in dem Brief steht auch, dass der Techniker am 26. vormittags kommt."
"Das ist alles richtig. So steht es auch bei mir im Computer. Und was kann ich nun für sie tun?"
"Naja, nun brauche ich noch ein neues Telefon."
Kopf > Tisch. Warum denn nicht gleich so?
"Also, ich wohne in Berlin, das heißt, ich wohnte dort, aber ich bin umgezogen und nun wohne ich hier. Ich war vor ein paar Wochen in Berlin bei der Telekom und habe dort meinen Telefonanschluss abgemeldet. Dann habe ich bei Ihren Kollegen angerufen, die übrigens sehr nett waren und mich sehr gut beraten haben. Dort habe ich meinen neuen Telefonanschluss angemeldet und ich habe auch einen neuen Tarif genommen, denn ich telefoniere ja sehr viel und eben gerade nach Berlin. Deswegen habe ich mich ja für eine Flaterate entschieden, aber ohne den Computerkram, denn wissen Sie, ich bin ja nun auch schon älter und kenne mich mit diesen modernen Dingen nicht aus. Da brauche ich kein Internet oder wie das heißt. Jedenfalls habe ich Post bekommen, dass ich am 26. September meinen Telefonanschluss bekomme. Die Kollegen haben mir auch gesagt, dass ein Techniker zu mir nach Hause kommen wird, und zwar am Vormittag. Ich freue mich schon darauf, denn gerade wenn man so weit weggezogen ist, dann is man doch froh wenn man allen sagen kann, dass es einem gut geht und hier ist es ja auch sehr schön. Jedenfalls kommt der Techniker am Vormittag, weil er etwas umschalten muss, so sagte der Herr am Telefon. Hier in dem Brief steht auch, dass der Techniker am 26. vormittags kommt."
"Das ist alles richtig. So steht es auch bei mir im Computer. Und was kann ich nun für sie tun?"
"Naja, nun brauche ich noch ein neues Telefon."
Kopf > Tisch. Warum denn nicht gleich so?
Samstag, 29.08.2009
Witzischkeit kennt keine Grenzen: Abgewrackt
Vor ein paar Wochen wurde ein recht aktuelles Handy bei uns zur Entsorgung abgegeben, denn es war ein Wasserschaden und nicht mehr zu retten. Doch ich habe es nicht in den Schrott getan. Ich habe das Gerät mi roher Gewalt auseinandergepflückt, die Einzelteile in eine Plastiktüte gepackt und in mein Fach gelegt. Dann wartete ich auf den Tag X - und der war heute...
Eine ca. 20 Jahre alte Kundin kam heute zu mir und wollte eine Vertragsverlängerung machen. Sie wusste auch bereits, welches Telefon und welchen Tarif sie wollte, also war eigentlich alles nur Formsache. Bevor ich ins Lager gegangen bin, um den neuen Apparat zu holen, habe ich mir erstmal das "alte" Gerät der jungen Dame geben lassen. Das mache ich sonst nie, ist auch nicht notwendig - nur diesmal war es erforderlich, denn es war ungefähr das Modell, was sich in einer Tüte in meinem Fach befand. Ich steckte mir das intakte Gerät der Kundin in die Hosentasche und ging mit dem Schrotthaufen in der Plastiktüte und dem neuen Gerät in den Verkaufsraum zumeinem Opfer meiner Kundin, legte den Karton des neuen Gerätes und die Trümmer des Wasserschadens auf den Tresen:
- Sooo, das hier ist Ihr neues Handy... und das da Ihr altes.
- Wie, was haben Sie damit gemacht? Das ist ja ganz kaputt!
- Ich habe es entwertet.
- ENTWERTET??
- Ja, sie bekommen doch ein neues Handy. Da muss ich Ihren alten Apparat entwerten. Den dürfen sie auch gerne wieder mitnehmen.
- Aber sie können mein Handy doch nicht einfach kaputt machen! Sie hätten mich doch wenigstens vorher fragen können!
- Warum hätte ich Sie fragen sollen? Sie haben doch einen Vertrag unterschrieben. Da steht alles drin. Sie hätten sich eben vorher durchlesen müssen, was sie unterschreiben.
An diesem Punkt war sie sprachlos und die Verzweiflung stand ihr ins Gesicht geschrieben. Weiter wollte ich nicht gehen und meinen Spaß hatte ich gehabt. Ich zog ihr altes intaktes Handy aus meiner Tasche und legte es mit einem breiten Grinsen vor ihr auf den Tresen. Nach ein paar Sekunden der Besinnung haben wir beide herzlich gelacht und es wurde dann doch nich ein sehr nettes Gespräch. Den Vertrag hat sie sich dennoch genau durchgelesen. ;)
Eine ca. 20 Jahre alte Kundin kam heute zu mir und wollte eine Vertragsverlängerung machen. Sie wusste auch bereits, welches Telefon und welchen Tarif sie wollte, also war eigentlich alles nur Formsache. Bevor ich ins Lager gegangen bin, um den neuen Apparat zu holen, habe ich mir erstmal das "alte" Gerät der jungen Dame geben lassen. Das mache ich sonst nie, ist auch nicht notwendig - nur diesmal war es erforderlich, denn es war ungefähr das Modell, was sich in einer Tüte in meinem Fach befand. Ich steckte mir das intakte Gerät der Kundin in die Hosentasche und ging mit dem Schrotthaufen in der Plastiktüte und dem neuen Gerät in den Verkaufsraum zu
- Sooo, das hier ist Ihr neues Handy... und das da Ihr altes.
- Wie, was haben Sie damit gemacht? Das ist ja ganz kaputt!
- Ich habe es entwertet.
- ENTWERTET??
- Ja, sie bekommen doch ein neues Handy. Da muss ich Ihren alten Apparat entwerten. Den dürfen sie auch gerne wieder mitnehmen.
- Aber sie können mein Handy doch nicht einfach kaputt machen! Sie hätten mich doch wenigstens vorher fragen können!
- Warum hätte ich Sie fragen sollen? Sie haben doch einen Vertrag unterschrieben. Da steht alles drin. Sie hätten sich eben vorher durchlesen müssen, was sie unterschreiben.
An diesem Punkt war sie sprachlos und die Verzweiflung stand ihr ins Gesicht geschrieben. Weiter wollte ich nicht gehen und meinen Spaß hatte ich gehabt. Ich zog ihr altes intaktes Handy aus meiner Tasche und legte es mit einem breiten Grinsen vor ihr auf den Tresen. Nach ein paar Sekunden der Besinnung haben wir beide herzlich gelacht und es wurde dann doch nich ein sehr nettes Gespräch. Den Vertrag hat sie sich dennoch genau durchgelesen. ;)
Donnerstag, 27.08.2009
Auskunft
Ein Herr kommt rein: "Guten Tag, ich bin Kunde - würden Sie das eventuell für mich kopieren?" Nun gut, wenn er wirklich Kunde ist - hier ist zwar kein Copy-Shop, aber man kann ja mal 'ne Ausnahme machen.
Eine Dame: "Guten Tag, ich möchte mich selbstständig machen. Gibt es hier irgendwo ein freie Geschäfsräume in der Innenstadt?" Ich fragte mich, wie sie auf die Idee kommt... ach, egal: "Ja, hier die Straße runter ist was frei. Recht viel Laufkundschaft und direkt neben einem Busverkehrsknotenpunkt. Das Gebäude ist aber nicht sehr breit, daher sind die Schaufensterflächen nicht besonders groß. Kontaktdaten hängen an der Scheibe." Die Dame bedankt sich freundich und verlässt das Geschäft.
Ein Herr: "Guten Tag, wissen Sie, wann die nächste Bahn nach Posemuckel fährt?" Ich: "Einen Moment... Den nächsten Zug in zehn Minuten kriegen sie nicht mehr. Der danach fährt in einer Stunde." Eigentlich nicht meine Aufgabe, aber wenn ohnehin nichts los ist und man sich langweilt...
ich frage mich nur, was die Leute bewegt, gerade uns wegen solcher Dinge aufzusuchen - aber vielleicht passiert das ja auch woanders. Nebenbei bieten wir übrigens auch die Produkte der Telekom an.
Eine Dame: "Guten Tag, ich möchte mich selbstständig machen. Gibt es hier irgendwo ein freie Geschäfsräume in der Innenstadt?" Ich fragte mich, wie sie auf die Idee kommt... ach, egal: "Ja, hier die Straße runter ist was frei. Recht viel Laufkundschaft und direkt neben einem Busverkehrsknotenpunkt. Das Gebäude ist aber nicht sehr breit, daher sind die Schaufensterflächen nicht besonders groß. Kontaktdaten hängen an der Scheibe." Die Dame bedankt sich freundich und verlässt das Geschäft.
Ein Herr: "Guten Tag, wissen Sie, wann die nächste Bahn nach Posemuckel fährt?" Ich: "Einen Moment... Den nächsten Zug in zehn Minuten kriegen sie nicht mehr. Der danach fährt in einer Stunde." Eigentlich nicht meine Aufgabe, aber wenn ohnehin nichts los ist und man sich langweilt...
ich frage mich nur, was die Leute bewegt, gerade uns wegen solcher Dinge aufzusuchen - aber vielleicht passiert das ja auch woanders. Nebenbei bieten wir übrigens auch die Produkte der Telekom an.
Donnerstag, 13.08.2009
Off-Topic: Aufforderung zum TÜV
Mein Auto ist alt - ganze 19 Jahre hat es auf dem Buckel und seit ich es vor sechs Jahren mit 75.000 Kilometern auf der Uhr gekauft habe (nun sind es über 150.000), hatte ich nie Probleme. Klar, irgendwann ist mal ein neuer Auspuff fällig und die Bremsen müssen gemacht werden, aber das sind eben Verschleißteile. Trotzdem hat man vor dem Hauptuntersuchungstermin ein mulmiges Gefühl, einfach nur, weil das Auto alt ist.
Heute war es wieder so weit. Da ich wusste, dass eine Glühlampe für die Nummernschildbeleuchtung und das rechte Standlicht defekt waren, bin ich erstmal zum Autoteilehändler gefahren und habe meine Großbestellung aufgegeben. Nach einem kleinen Umweg durch die Waschstraße stand ich wieder bei mir auf dem Hof, um die Funzeln einzubauen. Schnell noch Licht eingeschaltet, um mich zu vergewissern, dass auch alles funktioniert - doch was sehen meine entzündeten Augen? Das andere Standlicht ist defekt. Na toll; also nochmal hin zum Teilehöker und ein paar Cent gegen eine Lampe getauscht und vor ort eingebaut. Ich wollte gerade nach nebenan aufs TÜV-Gelände fahren, fiel mir ein, dass ich den Fahrzeugschein vergessen hatte. Scheiße, wieder die fünf Kilometer nach Hause fahren. Dort angekommen, erinnerte ich mich, dass ich die 10A-Sicherung für die Hupe mal anderweitig verwendet hatte. Gut, dass es mir noch aufgefallen ist. Kurze zeit Später saß ich mit Fahrzeugschein und eingesetzter Hupsicherung im Auto, als ich dachte: "Ist doch keiner da, hup' doch mal!" Ich drückte die Taste und: "MÖÖÖ-!" "Moment mal", dachte ich, "fehlt da nicht mindestens noch ein '-ÖÖÖP'?" Ich drücke nochmal, doch die Hupe blieb stumm. Wie kann einem auf dem Weg zum TÜV nur die Hupe kaputt gehen? Mist! Schnell bei Penny auf den Parkplatz gefahren, Motorhaube geöffnet und die Hupe gesucht. Aber wo ist sie? Beim Blick in den Motorraum war definitiv keine zu sehen. Ich legte mich auf den Boden und guckte von unten - wieder nichts. Eigentlich weiß ich, wo die Teile in meinem Auto sind, aber die olle Tröte gehört nun zweifelsohne zu den uninteressanteren Teilen. Gerade als ich aufstehen wollte, sah ich zufällig durchs Kühlergrill - das geht nur von unten, weil die Lamellen schräg angeordnet sind - und da sah ich den Bastard. Von innen war er nicht zu sehen, denn der Kühler versperrt die sicht. Noch auf dem Parkplatz habe ich das Kühlergrill abmontiert, um einen Blick auf den Übeltäter werfen zu können. Es brachte mir nichts, aber verschaffte mir Genugtuung.
Es war heiß, ich war wütend, durstig und stand auf dem Penny-Parkplatz.
Heute war es wieder so weit. Da ich wusste, dass eine Glühlampe für die Nummernschildbeleuchtung und das rechte Standlicht defekt waren, bin ich erstmal zum Autoteilehändler gefahren und habe meine Großbestellung aufgegeben. Nach einem kleinen Umweg durch die Waschstraße stand ich wieder bei mir auf dem Hof, um die Funzeln einzubauen. Schnell noch Licht eingeschaltet, um mich zu vergewissern, dass auch alles funktioniert - doch was sehen meine entzündeten Augen? Das andere Standlicht ist defekt. Na toll; also nochmal hin zum Teilehöker und ein paar Cent gegen eine Lampe getauscht und vor ort eingebaut. Ich wollte gerade nach nebenan aufs TÜV-Gelände fahren, fiel mir ein, dass ich den Fahrzeugschein vergessen hatte. Scheiße, wieder die fünf Kilometer nach Hause fahren. Dort angekommen, erinnerte ich mich, dass ich die 10A-Sicherung für die Hupe mal anderweitig verwendet hatte. Gut, dass es mir noch aufgefallen ist. Kurze zeit Später saß ich mit Fahrzeugschein und eingesetzter Hupsicherung im Auto, als ich dachte: "Ist doch keiner da, hup' doch mal!" Ich drückte die Taste und: "MÖÖÖ-!" "Moment mal", dachte ich, "fehlt da nicht mindestens noch ein '-ÖÖÖP'?" Ich drücke nochmal, doch die Hupe blieb stumm. Wie kann einem auf dem Weg zum TÜV nur die Hupe kaputt gehen? Mist! Schnell bei Penny auf den Parkplatz gefahren, Motorhaube geöffnet und die Hupe gesucht. Aber wo ist sie? Beim Blick in den Motorraum war definitiv keine zu sehen. Ich legte mich auf den Boden und guckte von unten - wieder nichts. Eigentlich weiß ich, wo die Teile in meinem Auto sind, aber die olle Tröte gehört nun zweifelsohne zu den uninteressanteren Teilen. Gerade als ich aufstehen wollte, sah ich zufällig durchs Kühlergrill - das geht nur von unten, weil die Lamellen schräg angeordnet sind - und da sah ich den Bastard. Von innen war er nicht zu sehen, denn der Kühler versperrt die sicht. Noch auf dem Parkplatz habe ich das Kühlergrill abmontiert, um einen Blick auf den Übeltäter werfen zu können. Es brachte mir nichts, aber verschaffte mir Genugtuung.
Es war heiß, ich war wütend, durstig und stand auf dem Penny-Parkplatz.
Hair!
Ich habe ziemlich volles Haar und bin recht stolz darauf, so dass ich es ablehne, meine Haarpracht auf das heutzutage übliche Maß zu stutzen, denn wer weiß, wie lange sie mir noch erhalten bleibt. Dementsprechend selten stehen Friseurbesuche auf meinem Zettel.
Heue bekam ich allerdings eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch, während mein Ausbilder zufällig anwesend war.
Ich: Hui, da muss ich aber vorher noch dringend zum Friseur!
Er: Herr Telefonladenhüter, ich möchte Ihnen nicht zu nahe treten, aber da haben Sie wirklich recht!
Banause! ;)
Heue bekam ich allerdings eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch, während mein Ausbilder zufällig anwesend war.
Ich: Hui, da muss ich aber vorher noch dringend zum Friseur!
Er: Herr Telefonladenhüter, ich möchte Ihnen nicht zu nahe treten, aber da haben Sie wirklich recht!
Banause! ;)
Dienstag, 11.08.2009
Das Leben ist ein schicksalhaftes Unterfangen
Es ist so, dass die Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel im Regelfall drei Jahre, die zum Verkäufer lediglich zwei Jahre dauert. Da sich beide Berufsgruppen stark ähneln, werden sie bei uns in gemeinsamen Klassen zusammengefasst, nur dass die Verkäufer eben bereits nach zwei Jahren geprüft werden.
So drückte ich die letzten beiden Jahre mit einer Klassenkameradin die Schulbank, die speziell dadurch auffiel, dass eben gar nicht auffiel: Sie war still, und zwar so still, dass die schlechten mündlichen Leistungen sehr stark auf ihre sehr durchschnittlichen, teilweise sogar unterdurchschnittlichen Leistungen gedrückt haben. Kamen wir mal ins Gespräch, so übte sie sich ebenfalls in Zurückhaltung. Sie war nicht nur zurückhaltend, sondern auch scheu. Stand ein Referat bevor, war sie nicht da. Wenn sie nicht wusste, an welchem Schultag ihre Gruppe das Referat halten musste, weil der nächste Vortrag unmittelbar vorher ausgelost wurde, blieb sie dem Unterricht fern, bis ihre Gruppe es hinter sich hatte. Ich hätte gern gewusst, wie sie sich auf der Verkaufsfläche verhalten hatte, denn man muss in diesem Job nunmal viel reden und sogar Gespräche leiten können.
Während des Unterrichtes malte sie sehr gerne Herz- und Blümchenbilder für ihren Freund. Die Beziehung schien einige Male unterbrochen und generell von einem ständigen Auf und Ab geprägt gewesen zu sein. Auf dem Schulhof fiel sie ihrem Partner nach kürzerer Trennung weinend in die Arme, er hingegen reagierte recht kühl. Generell schien sie viel mit sich gekämpft zu haben. Und da Kämpfe ohne Verletzungen recht selten sind, zeugen Narben an ihren Armen von ihrem sensiblen Wesen.
Ihr doch eher spontanes Erscheinen in der Schule und vielleicht auch auf der Arbeit, haben neben einem beachtlichen Fehltagekontonstand auch zwei Abmahnungen zur Folge gehabt. Dennoch schaffte sie es bis zur Prüfung. die schriftliche bestand sie mit einem befriedigenden Ergebnis, was mich sehr überrascht hat. Dann stand die mündliche Prüfung an. Das scheue Reh folgte seinem Fluchtinstinkt und ließ die Prüfer vergeblich warten. Auch auf der Arbeit ließ sie sich nicht mehr blicken und wurde "vorübergehend beurlaubt", was ich übrigens sehr nett finde. Warum ich das alles schreibe? Heute gab es Neuigkeiten und die haben mich ziemlich vom Hocker gerissen: Das sensible Mädchen, gerade mal 18 Jahre alt, ist im dritten Monat schwanger. Ich frage mich, wie sie, die schon genügend Probleme mit ihrem eigenen Leben hat, auch noch ein Kind erziehen soll. Jetzt will man sie dazu bewegen, die mündliche Prüfung nachzuholen, denn ansonsten steht sie mit einem Kind im Arm vor dem Nichts. Finanzielle Ungewissheit und einem werdenden Vater, dem ich diese Rolle noch weniger zutraue als ihr. Ich wünsche ihr und Ihrem Kind jedenfalls alles Gute, hoffe, dass sie die Prüfung machen wird und dass sie viel Unterstützung bekommt.
So drückte ich die letzten beiden Jahre mit einer Klassenkameradin die Schulbank, die speziell dadurch auffiel, dass eben gar nicht auffiel: Sie war still, und zwar so still, dass die schlechten mündlichen Leistungen sehr stark auf ihre sehr durchschnittlichen, teilweise sogar unterdurchschnittlichen Leistungen gedrückt haben. Kamen wir mal ins Gespräch, so übte sie sich ebenfalls in Zurückhaltung. Sie war nicht nur zurückhaltend, sondern auch scheu. Stand ein Referat bevor, war sie nicht da. Wenn sie nicht wusste, an welchem Schultag ihre Gruppe das Referat halten musste, weil der nächste Vortrag unmittelbar vorher ausgelost wurde, blieb sie dem Unterricht fern, bis ihre Gruppe es hinter sich hatte. Ich hätte gern gewusst, wie sie sich auf der Verkaufsfläche verhalten hatte, denn man muss in diesem Job nunmal viel reden und sogar Gespräche leiten können.
Während des Unterrichtes malte sie sehr gerne Herz- und Blümchenbilder für ihren Freund. Die Beziehung schien einige Male unterbrochen und generell von einem ständigen Auf und Ab geprägt gewesen zu sein. Auf dem Schulhof fiel sie ihrem Partner nach kürzerer Trennung weinend in die Arme, er hingegen reagierte recht kühl. Generell schien sie viel mit sich gekämpft zu haben. Und da Kämpfe ohne Verletzungen recht selten sind, zeugen Narben an ihren Armen von ihrem sensiblen Wesen.
Ihr doch eher spontanes Erscheinen in der Schule und vielleicht auch auf der Arbeit, haben neben einem beachtlichen Fehltagekontonstand auch zwei Abmahnungen zur Folge gehabt. Dennoch schaffte sie es bis zur Prüfung. die schriftliche bestand sie mit einem befriedigenden Ergebnis, was mich sehr überrascht hat. Dann stand die mündliche Prüfung an. Das scheue Reh folgte seinem Fluchtinstinkt und ließ die Prüfer vergeblich warten. Auch auf der Arbeit ließ sie sich nicht mehr blicken und wurde "vorübergehend beurlaubt", was ich übrigens sehr nett finde. Warum ich das alles schreibe? Heute gab es Neuigkeiten und die haben mich ziemlich vom Hocker gerissen: Das sensible Mädchen, gerade mal 18 Jahre alt, ist im dritten Monat schwanger. Ich frage mich, wie sie, die schon genügend Probleme mit ihrem eigenen Leben hat, auch noch ein Kind erziehen soll. Jetzt will man sie dazu bewegen, die mündliche Prüfung nachzuholen, denn ansonsten steht sie mit einem Kind im Arm vor dem Nichts. Finanzielle Ungewissheit und einem werdenden Vater, dem ich diese Rolle noch weniger zutraue als ihr. Ich wünsche ihr und Ihrem Kind jedenfalls alles Gute, hoffe, dass sie die Prüfung machen wird und dass sie viel Unterstützung bekommt.
Montag, 10.08.2009
Ich schnall' dich fest!
Kinder sind bei uns immer willkommen. Und natürlich wissen wir auch, dass Kinder gerade bei Wartezeiten ungeduldig werden, speziell wenn es um sowas wie Telefonanschlüsse geht - ein Thema, das auf der Liste der für Kinder uninteressanten Dinge auf einem der oberen Plätze rangiert, so dass auch der besterzogene Nachwuchs irgendwann einmal zu nörgeln anfängt. Deswegen sind wir immer bemüht, den Kleinen den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten: Wir stellen den Vorführfernseher auf ein Kinderprogramm, es gibt Kekse und auch etwas zu trinken. Unnötig zu erwähnen, dass Wartezeitüberbrückungssnacks auch bei den Erwachsenen hoch im Kurs stehen, zumal es außer einem Wasserspender auch noch lecker Jacobs-Kaffee gibt - und zwar gratis.

Nun kommt es, wie auch heute, ab und zu mal vor, dass die Sprößlinge keine so guten Manieren haben, wie man es sich vorstellt: Es wird gebrüllt, mit Wasser rumgesaut, Keksverpackungen werden herumgeworfen, die Schaufenster werden "umdekoriert"... und immer denkt man: "Warum sagen die Eltern nichts?" Heute war ich kurz davor, einzuschreiten, aber irgendwie ist man dann doch zu höflich, zumal ich es mir vorstellen kann, dass viele Eltern höchst pikiert reagieren würden, wenn ich deren Erziehungsjob in die Hand nehmen würde. Die Eltern zeichnen sich in den meisten Fällen durch sehr legere Kleidung (Frau: Labber-T-Shirts, Jogginghose oder Leggins, Männer: Superkurze Hose, Jogginghose und obenrum irgendwas versifftes) und eine sehr bildhafte Sprache aus. Wenn etwas nicht gefällt, dann ist es eben "scheiße" oder "für'n Arsch" und wenn etwas für gut befunden wird, dann ist es meistens "geil, ey!" Natürlich mache auch ich von Fäkalsprache gebrauch, wenn auch meistens zum Scherz. Aber es gibt eben Situationen, wo eine solche Ausdrucksweise unangemessen ist, wie zum Beispiel in der Öffentlichkeit vor fremden Personen.
Und wer sich so in der Öffentlichkeit gibt, dem traue ich es nicht zu, seine Kinder ordentlich zu erziehen. Gleich zweimal hatten wir heute solche Fälle: Wasserpladdern, umdekorieren, das komplette Paket für garantiert massiv anschwellende Pulsadern. In beiden Fällen war es so, dass die kleinen Plagen (naja, was können die schon für ihre Eltern?) erstmal ungestört ein paar Minuten rumschreien Unfug bauen durften, bis die Mütter dann endlich einschritten - und zwar lautstark! Jedenfalls war hinterher so ziemlich jeder im Laden eingeschüchtert, bis auf die kleinen Terroristen, die munter an dem Projekt "Dresden '45" weiterarbeiteten. Ich unterhielt mich gerade mit einer Kundin, als mein rechtes Trommelfell schon allein aus Selbstschutz zu zerbersten drohte: "JASPER, LASS DAS, SONST SCHNALL' ICH DICH FEST!" Ich hielt inne, dachte nur: "Das hat sie nicht gesagt! Der Jasper ist zwar schlimm, aber Hannibal Lecter hatte dann wohl doch mehr auf dem Kerbholz! Wie kann man ein Kind nur festschnallen? Das ist doch ein Fall fürs Jugendamt!" Erleichtert stellte ich fest, dass damit lediglich die Gurte der Sportkarre gemeint waren, in der Jasper durch die Stadt chauffiert wurde. Trotzdem: Droht man so einem Kind? Und wenn ein solcher Ton zur Gewohnheit wird - wie wird es sein, wenn der Kleine erstmal in der Pubertät ist? Ganz ehrlich: Ich will es eigentlich gar nicht wissen...
Heutzutage ist es offenbar selbstverständlich, dass Kinder und Jugendliche grußlos den Laden betreten, sich am Wasserspender bedienen und ebenso still wieder verschwinden ohne der Ware auch nur einen Blick geschenkt zu haben. In einem großen Warenhaus wie Karstadt würde das nicht auffallen, aber in einem sehr überschaubaren Einzelhandelsgeschäft wird man es eben gewahr. Warum wird vorher nicht gefragt? Eben diese Frage stelle ich mittlerweile und nie kriege ich eine Antwort. Nie würden wir jemandem den Wunsch nach einem Becher Wasser oder Kaffee ausschlagen - aber ebenso gehört es sich, zu fragen, wenn man schon nicht länger im Laden verweilt. Ich glaube, ich hätte mich als Kind nicht getraut, einfach so Wasser zu nehmen. Ich hätte mich wohl nichtmal getraut zu fragen.
- Entschuldigung, aber fragt man nicht, bevor man sich etwas nimmt?
- Isch darf das, isch bin T-Mobile-Kunde!
Jo, steht ja auch in Leuchtschrift auf deiner Stirn!
Wir sind wirklich freundlich und geduldig, aber irgendwann muss es auch mal erlaubt sein, einen Schlussstrich zu ziehen. Oder sind wir zu sensibel?
Nun kommt es, wie auch heute, ab und zu mal vor, dass die Sprößlinge keine so guten Manieren haben, wie man es sich vorstellt: Es wird gebrüllt, mit Wasser rumgesaut, Keksverpackungen werden herumgeworfen, die Schaufenster werden "umdekoriert"... und immer denkt man: "Warum sagen die Eltern nichts?" Heute war ich kurz davor, einzuschreiten, aber irgendwie ist man dann doch zu höflich, zumal ich es mir vorstellen kann, dass viele Eltern höchst pikiert reagieren würden, wenn ich deren Erziehungsjob in die Hand nehmen würde. Die Eltern zeichnen sich in den meisten Fällen durch sehr legere Kleidung (Frau: Labber-T-Shirts, Jogginghose oder Leggins, Männer: Superkurze Hose, Jogginghose und obenrum irgendwas versifftes) und eine sehr bildhafte Sprache aus. Wenn etwas nicht gefällt, dann ist es eben "scheiße" oder "für'n Arsch" und wenn etwas für gut befunden wird, dann ist es meistens "geil, ey!" Natürlich mache auch ich von Fäkalsprache gebrauch, wenn auch meistens zum Scherz. Aber es gibt eben Situationen, wo eine solche Ausdrucksweise unangemessen ist, wie zum Beispiel in der Öffentlichkeit vor fremden Personen.
Und wer sich so in der Öffentlichkeit gibt, dem traue ich es nicht zu, seine Kinder ordentlich zu erziehen. Gleich zweimal hatten wir heute solche Fälle: Wasserpladdern, umdekorieren, das komplette Paket für garantiert massiv anschwellende Pulsadern. In beiden Fällen war es so, dass die kleinen Plagen (naja, was können die schon für ihre Eltern?) erstmal ungestört ein paar Minuten rumschreien Unfug bauen durften, bis die Mütter dann endlich einschritten - und zwar lautstark! Jedenfalls war hinterher so ziemlich jeder im Laden eingeschüchtert, bis auf die kleinen Terroristen, die munter an dem Projekt "Dresden '45" weiterarbeiteten. Ich unterhielt mich gerade mit einer Kundin, als mein rechtes Trommelfell schon allein aus Selbstschutz zu zerbersten drohte: "JASPER, LASS DAS, SONST SCHNALL' ICH DICH FEST!" Ich hielt inne, dachte nur: "Das hat sie nicht gesagt! Der Jasper ist zwar schlimm, aber Hannibal Lecter hatte dann wohl doch mehr auf dem Kerbholz! Wie kann man ein Kind nur festschnallen? Das ist doch ein Fall fürs Jugendamt!" Erleichtert stellte ich fest, dass damit lediglich die Gurte der Sportkarre gemeint waren, in der Jasper durch die Stadt chauffiert wurde. Trotzdem: Droht man so einem Kind? Und wenn ein solcher Ton zur Gewohnheit wird - wie wird es sein, wenn der Kleine erstmal in der Pubertät ist? Ganz ehrlich: Ich will es eigentlich gar nicht wissen...
Heutzutage ist es offenbar selbstverständlich, dass Kinder und Jugendliche grußlos den Laden betreten, sich am Wasserspender bedienen und ebenso still wieder verschwinden ohne der Ware auch nur einen Blick geschenkt zu haben. In einem großen Warenhaus wie Karstadt würde das nicht auffallen, aber in einem sehr überschaubaren Einzelhandelsgeschäft wird man es eben gewahr. Warum wird vorher nicht gefragt? Eben diese Frage stelle ich mittlerweile und nie kriege ich eine Antwort. Nie würden wir jemandem den Wunsch nach einem Becher Wasser oder Kaffee ausschlagen - aber ebenso gehört es sich, zu fragen, wenn man schon nicht länger im Laden verweilt. Ich glaube, ich hätte mich als Kind nicht getraut, einfach so Wasser zu nehmen. Ich hätte mich wohl nichtmal getraut zu fragen.
- Entschuldigung, aber fragt man nicht, bevor man sich etwas nimmt?
- Isch darf das, isch bin T-Mobile-Kunde!
Jo, steht ja auch in Leuchtschrift auf deiner Stirn!
Wir sind wirklich freundlich und geduldig, aber irgendwann muss es auch mal erlaubt sein, einen Schlussstrich zu ziehen. Oder sind wir zu sensibel?
Donnerstag, 06.08.2009
I'm Stalkin'
Ich gebe zu, der Titel des Rock'n'Roll-Evergreens von Fats Domino lautet im Original ein wenig anders als der Titel dieses Beitrags, aber er passt prima zu meinem jüngsten erwähnenswerten Erlebnis.
Ein älterer Kunde kam Freitag zu mir und hatte Fragen zu seinem Telefonanschluss mit DSL, die ich ihm auch beantwortete. Zudem unterbreitete ich ihm das Angebot, seinen alten Tarif im Rahmen einer Vertragsverlängerung auf den aktuellen, 10 € günstigeren Preis herabzusetzen, was er auch mit Freuden annahm. Ich erklärte ihm die Modalitäten und sagte ihm, dass er alles in dem Bestätigungsschreiben nachlesen könne, was er in ein paar Tagen bekäme.
Als ich am Dienstag nach Hause kam, hieß es, dass ein Herr Meisenkaiser angerufen habe. Er wollte einen Telefonladenhueter sprechen, der bei der Telekom arbeite. Ich hielt es für einen Scherz und rief einen Kumpel mit ähnlichem Namen an, jedoch meinte er, dass er mich nicht angerufen habe. Nun war ich umso gespannter auf den Anruf, bis das Telefon klingelte. Es meldete sich Herr Meisenkaiser, der sich erkundigen wollte, ob denn alles so stimme, wie is in dem Schreiben stehe. Er las vor: ""Bindestrich zett Kohl und Surf Kommtvor...
"Das kann nicht sein Ernst sein, mich privat anzurufen", dachte ich und versicherte ihm, dass alles so sei wie besprochen - nur, dass die Besätigungsschreiben manchmal etwas unübersichtlich seien. In Wahrheit sind sie nach meinem Empfinden sehr verständlich, zumal es eine Legende gibt, welche die "Minusse" und "Plusse" erläutert. Nach einigem Hin und Her konnte ich ihn von der Richtigkeit der einzelnen Positionen überzeugen, so dass das Gespräch zügig beendet werden konnte.
Heute war Herr Meisenkaiser persönlich im Laden. Der Rentner, der so wenig Zeit hat, dass er sämtliche Telefonbucheinträge der Stadt und der umliegenden Gemeinden abgegrast haben musste, um meine Nummer zu bekommen, wollte mir nur nochmal sagen, dass mit den Auftragspositionen so alles in Ordnung sei. Den Weg hätte er sich wirklich sparen können - und erstrecht den Anruf...
Ein älterer Kunde kam Freitag zu mir und hatte Fragen zu seinem Telefonanschluss mit DSL, die ich ihm auch beantwortete. Zudem unterbreitete ich ihm das Angebot, seinen alten Tarif im Rahmen einer Vertragsverlängerung auf den aktuellen, 10 € günstigeren Preis herabzusetzen, was er auch mit Freuden annahm. Ich erklärte ihm die Modalitäten und sagte ihm, dass er alles in dem Bestätigungsschreiben nachlesen könne, was er in ein paar Tagen bekäme.
Als ich am Dienstag nach Hause kam, hieß es, dass ein Herr Meisenkaiser angerufen habe. Er wollte einen Telefonladenhueter sprechen, der bei der Telekom arbeite. Ich hielt es für einen Scherz und rief einen Kumpel mit ähnlichem Namen an, jedoch meinte er, dass er mich nicht angerufen habe. Nun war ich umso gespannter auf den Anruf, bis das Telefon klingelte. Es meldete sich Herr Meisenkaiser, der sich erkundigen wollte, ob denn alles so stimme, wie is in dem Schreiben stehe. Er las vor: ""Bindestrich zett Kohl und Surf Kommtvor...
"Das kann nicht sein Ernst sein, mich privat anzurufen", dachte ich und versicherte ihm, dass alles so sei wie besprochen - nur, dass die Besätigungsschreiben manchmal etwas unübersichtlich seien. In Wahrheit sind sie nach meinem Empfinden sehr verständlich, zumal es eine Legende gibt, welche die "Minusse" und "Plusse" erläutert. Nach einigem Hin und Her konnte ich ihn von der Richtigkeit der einzelnen Positionen überzeugen, so dass das Gespräch zügig beendet werden konnte.
Heute war Herr Meisenkaiser persönlich im Laden. Der Rentner, der so wenig Zeit hat, dass er sämtliche Telefonbucheinträge der Stadt und der umliegenden Gemeinden abgegrast haben musste, um meine Nummer zu bekommen, wollte mir nur nochmal sagen, dass mit den Auftragspositionen so alles in Ordnung sei. Den Weg hätte er sich wirklich sparen können - und erstrecht den Anruf...
Mittwoch, 29.07.2009
Wie man es macht, man macht es falsch.
Manchmal beschweren sich Bestandskunden, dass für Neukunden manchmal besondere Angebote gelten, welche die Alteingesessenen nicht wahrnehmen können, was übrigens absolut branchenüblich ist.
Wenn es dann mal für Bestandskunden einen Bonus gibt und sich die [b]selben[/b] Leute darüber beschweren, dass das Angebot nicht für Neukunden gilt und deswegen auch noch laut werden...
...dann denke ich manchmal, dass es besser wäre, wenn es gar keine Sonderaktionen gäbe. Dann gelte für jeden der gleiche Preis und niemand kann sich mehr beschweren oder eine Sonderbehandlung einfordern, die ihm eigentlich nicht zustände. Mal ist Benzin besonders günstig und mal besonders teuer. Aber es käme doch hoffentlich niemand auf die Idee, heute den Spritpreis von gestern einzufordern!?
Wenn es dann mal für Bestandskunden einen Bonus gibt und sich die [b]selben[/b] Leute darüber beschweren, dass das Angebot nicht für Neukunden gilt und deswegen auch noch laut werden...
...dann denke ich manchmal, dass es besser wäre, wenn es gar keine Sonderaktionen gäbe. Dann gelte für jeden der gleiche Preis und niemand kann sich mehr beschweren oder eine Sonderbehandlung einfordern, die ihm eigentlich nicht zustände. Mal ist Benzin besonders günstig und mal besonders teuer. Aber es käme doch hoffentlich niemand auf die Idee, heute den Spritpreis von gestern einzufordern!?
Dienstag, 28.07.2009
Telefongewinnspiel - Verarsche³
Dies hier ist das Muster einer gewöhnlichen Telefonrechnung, wie sie schon jeder einmal gesehen hat. Alles is normal: Oben ist etwas magenta, Serifenschrift im Logo, die Trennlinien sind kleine Quadrate, im Marketingjargon als Digits bezeichnet, Kunden- und Buchungskontonummer sind ebenso vorhanden, wie die Persönliche Anrede: "Ihre Rechnung".

Heute kam ein älterer verunsicherter Kunde zu mir, der ein Schreiben in der Hand hielt, auf das die Beschreibung ebenfalls passt, aber nichts mit meinem Brötchengeber zu tun hat:
Heute kam ein älterer verunsicherter Kunde zu mir, der ein Schreiben in der Hand hielt, auf das die Beschreibung ebenfalls passt, aber nichts mit meinem Brötchengeber zu tun hat:
Montag, 27.07.2009
Oh Schreck!
Heute hatte ich einen Geocache von mir gewartet, wozu ich ein wenig in die Natur musste. Als ich danach bei Minimal einen Kasten Hopfenkaltschale holen wollte, sah ich einen blinden Passagier auf dem Autodach:
Zufall
Heute kam eine Kundin mit einem defekten Handy und wollte eine Vertragsverlängerung machen um ein neues Gerät zu bekommen. Das alte hat sie zur Entsorgung bei uns gelassen.
Wenig später kam ein Herr, der sich über die geringe Akkulaufzeit beklagte. Bluetooth und UMTS waren ausgeschaltet - es war anzunehmen, dass der Akku tatsächlich defekt ist, nur war der schon längst aus der Garantiezeit raus. Zufälligerweise war es das selbe Modell wie das defekte, was ich kurz zuvor entgegengenommen hatte. Kurz getestet - Akku okay und voll geladen. Natürlich habe ich den Kunden darauf hingewiesen, dass das Ding weder Garantie noch Gewährleistung hat, aber angesichts den günstigen Preises von null Euro konnte er das verschmerzen. Hoffen wir, dass er länger hält. :)
Wenig später kam ein Herr, der sich über die geringe Akkulaufzeit beklagte. Bluetooth und UMTS waren ausgeschaltet - es war anzunehmen, dass der Akku tatsächlich defekt ist, nur war der schon längst aus der Garantiezeit raus. Zufälligerweise war es das selbe Modell wie das defekte, was ich kurz zuvor entgegengenommen hatte. Kurz getestet - Akku okay und voll geladen. Natürlich habe ich den Kunden darauf hingewiesen, dass das Ding weder Garantie noch Gewährleistung hat, aber angesichts den günstigen Preises von null Euro konnte er das verschmerzen. Hoffen wir, dass er länger hält. :)
Samstag, 25.07.2009
Tag der Wirren und Idioten
Gestern war mal wieder einer dieser Tage, die man besser im Bett hätte verbringen sollen. Eher bemitleidenswert war eine Kundin, die wohl ein geistiges Problem hat. Ich weiß nicht, ob sie schizophren ist - jedenfalls war sie barfuß und hat Selbstgespräche geführt, sich aber sowohl in der Konversation mit ihr selbst als auch mit meinen Kollegen und mir immer recht ordentlich ausgedrückt. Zuerst lief sie nur im Laden herum und ich konnte nur Bruchstücke ihrer Worte hören, da ich in einem Kundengespräch war: "Ah ja, Telekom...eines der größten Telekommunikationsunternehmen...hier ist der Laden...outlet...point of sale...dunkles Parkett..."
Dann wurde sie von einer Kollegin bedient, da sie Fragen zu ihrem Telefonanschluss hatte. Am Ende bat sie um "Advertisement" - sie bekam den aktuellen Katalog, den sie dann in der Kaffee-Ecke las, bis sie zu mir kam: "Entschuldigen Sie, aber das Setup mit dem Kaffee... da fehlen Tücher, wenn man mal pladdert." Nunja, sowas kann passieren. Ich begab mich also zu dem "Setup" und entfernte den Kaffee von dem gepolsterten Stuhl. Die Dame ist inzwischen zu ihrer mp3-Musik tänzelnd und plappernd von dannen gezogen.
Ein paar Stunden später hatte die selbe Kollegin die Ehre, eine Rechtsanwältin zu bedienen, die sich für besonders groß hielt - gut, sie war auch groß. Es war diese Art von Größe, die bei Möbelstücken als Breite und Tiefe bezeichnet wird. ;)
Die Rechtsanwältin kam nicht ins Internet, laut Störungsstelle war die Leitung in Ordnung, telefonischen Support lehnte die Dame ab - ebenso wie den Besuch eines Technikers, da dieser mit Kosten verbunden ist. Nun stand sie also vor meiner Kollegin und erwartete aus der Distanz eine Lösung für ihr Problem. Tolle Siuation. Das ist so, als führe man mit dem Taxi zur Autowerkstatt und fragte den Meister: "Mein Auto springt nicht an - was ist defekt?" Es kann entliche Gründe haben, und zwar in allen möglichen und unmöglichen Kombinationen und so ist das mit der Internetverbindung auch. Da die Kundin sämtliche sinnvollen Lösungsvorschläge ablehnte und meine Kollegin sich nicht Uri-Geller-mäßig mit ihrem Gehirn per Fernwartung in den betroffenen Rechner einloggen konnte, tat die Kundin das, was man, um es dezenter auszudrücken, mit "eskalieren" umschreibt. Mit anderen Worten: Die Alte wurde extrem sackig. So sehr, dass meine Kollegin (klein, blond, zierlich) mich (groß, nicht ganz so blond und kräftig) zur Hilfe holte. Als Erstes fing die Anwältin an, Tatsachen zumzudrehen. Auf einmal hätte meine Kollegin sie beleidigt. Dass das nicht stimmt, weiß ich. Erstens wird bei uns niemand beleidigend, zweitens schätze ich gerade diese Kollegen manchmal als "zu nett" ein.
Jedenfalls musste die Eskalationskundin erstmal groß herausposaunen, dass sie Anwältin sei und ich wesentlich weniger verdienen würde. "Wäre auch traurig, wenn sie weniger verdienen würden als ein Azubi - und als Juristin dürfte ihnen Hausrecht ein Begriff sein. Und genau davon mache ich jetzt Gebrauch, indem ich Sie bitte, die Räumlichkeiten zu verlassen." Dieser Bitte wollte sie nich nachkommen, wie sie mir nachdrücklich zu verstehen gab, so dass ich mich gezwungen sah, sie mit polizeilicher Unterstützung entfernen zu lassen. Es wunderte mich auch nicht, als die Beamten sagten, sie würden die Frau bereits kennen. Jedenfalls gab es ein großes Hallo bei der Kundschaft und auch viel Zuspruch, wofür ich mich hier anonymerweise bedanken möchte.
Glücklicherweise müssen wir nur sehr selten die Polizei zur Hilfe rufen. Es war das erste Mal seit ich dort arbeite.
Dann wurde sie von einer Kollegin bedient, da sie Fragen zu ihrem Telefonanschluss hatte. Am Ende bat sie um "Advertisement" - sie bekam den aktuellen Katalog, den sie dann in der Kaffee-Ecke las, bis sie zu mir kam: "Entschuldigen Sie, aber das Setup mit dem Kaffee... da fehlen Tücher, wenn man mal pladdert." Nunja, sowas kann passieren. Ich begab mich also zu dem "Setup" und entfernte den Kaffee von dem gepolsterten Stuhl. Die Dame ist inzwischen zu ihrer mp3-Musik tänzelnd und plappernd von dannen gezogen.
Ein paar Stunden später hatte die selbe Kollegin die Ehre, eine Rechtsanwältin zu bedienen, die sich für besonders groß hielt - gut, sie war auch groß. Es war diese Art von Größe, die bei Möbelstücken als Breite und Tiefe bezeichnet wird. ;)
Die Rechtsanwältin kam nicht ins Internet, laut Störungsstelle war die Leitung in Ordnung, telefonischen Support lehnte die Dame ab - ebenso wie den Besuch eines Technikers, da dieser mit Kosten verbunden ist. Nun stand sie also vor meiner Kollegin und erwartete aus der Distanz eine Lösung für ihr Problem. Tolle Siuation. Das ist so, als führe man mit dem Taxi zur Autowerkstatt und fragte den Meister: "Mein Auto springt nicht an - was ist defekt?" Es kann entliche Gründe haben, und zwar in allen möglichen und unmöglichen Kombinationen und so ist das mit der Internetverbindung auch. Da die Kundin sämtliche sinnvollen Lösungsvorschläge ablehnte und meine Kollegin sich nicht Uri-Geller-mäßig mit ihrem Gehirn per Fernwartung in den betroffenen Rechner einloggen konnte, tat die Kundin das, was man, um es dezenter auszudrücken, mit "eskalieren" umschreibt. Mit anderen Worten: Die Alte wurde extrem sackig. So sehr, dass meine Kollegin (klein, blond, zierlich) mich (groß, nicht ganz so blond und kräftig) zur Hilfe holte. Als Erstes fing die Anwältin an, Tatsachen zumzudrehen. Auf einmal hätte meine Kollegin sie beleidigt. Dass das nicht stimmt, weiß ich. Erstens wird bei uns niemand beleidigend, zweitens schätze ich gerade diese Kollegen manchmal als "zu nett" ein.
Jedenfalls musste die Eskalationskundin erstmal groß herausposaunen, dass sie Anwältin sei und ich wesentlich weniger verdienen würde. "Wäre auch traurig, wenn sie weniger verdienen würden als ein Azubi - und als Juristin dürfte ihnen Hausrecht ein Begriff sein. Und genau davon mache ich jetzt Gebrauch, indem ich Sie bitte, die Räumlichkeiten zu verlassen." Dieser Bitte wollte sie nich nachkommen, wie sie mir nachdrücklich zu verstehen gab, so dass ich mich gezwungen sah, sie mit polizeilicher Unterstützung entfernen zu lassen. Es wunderte mich auch nicht, als die Beamten sagten, sie würden die Frau bereits kennen. Jedenfalls gab es ein großes Hallo bei der Kundschaft und auch viel Zuspruch, wofür ich mich hier anonymerweise bedanken möchte.
Glücklicherweise müssen wir nur sehr selten die Polizei zur Hilfe rufen. Es war das erste Mal seit ich dort arbeite.
Mittwoch, 22.07.2009
Funky
Zuweilen merkt man, dass man bei einem Ex-Monopolisten arbeitet, denn offenbar sind wir für ziemlich alles zuständig: Sämtliche Telefone und Telefonanlagen (ehemaliges Endgerätemonopol), Kabelfernsehen (gehörte damals zur Telekom) , Missbrauch von Sonderrufnummern (obliegt jetzt der Bundesnetzagentur), Rechnungen anderer Anbieter (die gab es damals noch nicht) und defekte TV-Fernbedienungen (Okay, das wäre schon damals ein Anwärter für den VHS-Kurs "Existenz für Anfänger" gewesen."
Heute kam eine Kundin zu mir, der man bereits ansah, dass gleich irgendetwas merkwürdiges kommen könnte. Aber man soll niemanden nach seinem Äußeren beurteilen und die Dame hat mir nichts getan, also begrüßte ich sie freundlich und fragte nach ihrem Anliegen. "Haben Sie ein Funkkataster?", fragte sie. An dieser Stelle hätte ich den Preis für den WTF-Blick des Jahres absahnen können. "Bitte, was genau?", hakte ich nach, denn irgendwie hat sie es doch geschafft, meine Neugier zu wecken. "Naja, ich möchte wissen, ob ich in einer Richtfunkstrecke wohne.""Sie haben offenbar schon als Kind neben einem 50-kw-Mittelwellensender gewohnt. Da kann Ihnen die Richtfunkstrecke eh nicht mehr schaden." "Auf www.bundesnetzagentur.de gibt es eine Liste sämtlicher Funkstandorte..." "Moment", unterbrach sie mich, "ich habe keinen Strom!" okay, ich kenne es, dass Leute keinen Internetanschluss haben, aber gar keinen elektrischen Strom? Da fragte ich genauer nach. "Wegen der Gefahr von Kriechströmen", klärte sie mich auf.
Wie dem auch sei, ich druckte ihr die Adresse der BNetzA aus, denn meine Schrift ist sehr...progressiv, sie verließ zufrieden die Geschäftsräume und ich stand da und musste erstmal das Gespräch revue passieren lassen, um wirklich zu glauben, was ich eben erlebt habe.
Mal eine Frage an Euch: Ist die Ablehnung von elektrischem Strom wegen Kriechströmen nur eine Konsequenz von Elektrosmog-Paranoia oder kann es wirklich sein, dass jemand ein Haus so stümperhaft verkabelt hat, dass man bei jedem Griff zur Türklinke Angst haben muss, 400 Volt durch den Körper gejagt zu bekommen? Klar, möglich ist alles, meine Mutter hatte wegen schlechter Verkabelung auch immer eins gewischt gekriegt, wenn an der Garage das Licht brannte und sie im Keller die Waschmaschine berührte (Pfusch des Vorbesitzers), aber kann man ein ganzes Haus so sehr versauen?
Heute kam eine Kundin zu mir, der man bereits ansah, dass gleich irgendetwas merkwürdiges kommen könnte. Aber man soll niemanden nach seinem Äußeren beurteilen und die Dame hat mir nichts getan, also begrüßte ich sie freundlich und fragte nach ihrem Anliegen. "Haben Sie ein Funkkataster?", fragte sie. An dieser Stelle hätte ich den Preis für den WTF-Blick des Jahres absahnen können. "Bitte, was genau?", hakte ich nach, denn irgendwie hat sie es doch geschafft, meine Neugier zu wecken. "Naja, ich möchte wissen, ob ich in einer Richtfunkstrecke wohne."
Wie dem auch sei, ich druckte ihr die Adresse der BNetzA aus, denn meine Schrift ist sehr...progressiv, sie verließ zufrieden die Geschäftsräume und ich stand da und musste erstmal das Gespräch revue passieren lassen, um wirklich zu glauben, was ich eben erlebt habe.
Mal eine Frage an Euch: Ist die Ablehnung von elektrischem Strom wegen Kriechströmen nur eine Konsequenz von Elektrosmog-Paranoia oder kann es wirklich sein, dass jemand ein Haus so stümperhaft verkabelt hat, dass man bei jedem Griff zur Türklinke Angst haben muss, 400 Volt durch den Körper gejagt zu bekommen? Klar, möglich ist alles, meine Mutter hatte wegen schlechter Verkabelung auch immer eins gewischt gekriegt, wenn an der Garage das Licht brannte und sie im Keller die Waschmaschine berührte (Pfusch des Vorbesitzers), aber kann man ein ganzes Haus so sehr versauen?
Dienstag, 21.07.2009
Nerdy
Man muss immer davon ausgehen, dass der Kunde keine Ahnung von der Materie hat. Zur Not erklärt man mehr als notwendig, aber dafür hat man die Sicherheit, dass später keine Reklamationen kommen. So mache ich es immer, und wenn ich auch en detail erklären muss, wie ein TAE-Stecker angeklemmt wird. Das macht mir sogar Spaß, weil ich ein Technik-Fan bin, so dass mittlerweile Kunden mit alten Post-Telefonen explizit nach mir fragen. Auch, wenn oftmals nichts dabei rausspringt, mit dem nächsten größeren Anliegen werden sie mit Sicherheit wieder zu mir kommen oder mich zumindest weiterempfehlen. Neulich hatte ich einen Kunden, der Probleme mit der Installation von Navigate, dem T-Mobile-eigenen Navigationsprogramm hatte. Er konnte es sich aus irgendeinem Grund nicht herunterladen und meine Erklärungen erwiderte er mit einem: "Glauben Sie, dass ich keine Ahnung habe?" Schließlich lud ich es selbst herunter und fragte den recht korpulenten Herrn mit Zopf und Brille, ob er denn vielleicht einen USB-Stick dabei habe. Wortlos löste er seine Uhr vom Handgelenk, zog einen USB-Stecker aus dem Gehäuse und drückte mir das Ding in die Hand. Klischees können auch zutreffen - ich hatte es mit einem echten Nerd zu tun. Ich entschuldigte mich für meine Fragen und sagte, dass man eben mit dem größten N00b rechnen muss. Er stimmte mir zu, bedankte sich, nahm die USB-Uhr und war glücklich. Selten, dass man einen Kunden so einfach zufrieden stellen kann.
Verkaufsargument
So, nach meinem Urlaub und einer anschließenden Neuinstallation von Windows kann ich nun auch wieder Beiträge schreiben. Dieses Ereignes liegt zwar schon etwas zurück, aber dennoch möchte ich es Euch nicht vorenthalten.
Ich hatte ein Verkaufsgespräch. Der Kunde interessierte sich für ein Blackberry. Ich hatte die Funktionen erklärt, nur war sich der Herr unschlüssig, was die Widerstandsfähigkeit des Gerätes angeht, obwohl ich ihm versicherte, dass sie Einiges wegstecken können. In dem Moment kam Cheffe in den Verkaufsraum, hörte ein Bruchstück des Gespräches, holte sein Blackberry aus der Tasche und warf es in hohem Bogen aufs Parkett. "Hier, funktioniert noch", sagte er und hielt ihm das tadellos erhaltene Gerät vor die Nase. Der Kunde war überzeugt und entschied sich prompt für das kanadische Elektronikerzeugnis. Verkaufen kann so einfach sein. ;)
Ich hatte ein Verkaufsgespräch. Der Kunde interessierte sich für ein Blackberry. Ich hatte die Funktionen erklärt, nur war sich der Herr unschlüssig, was die Widerstandsfähigkeit des Gerätes angeht, obwohl ich ihm versicherte, dass sie Einiges wegstecken können. In dem Moment kam Cheffe in den Verkaufsraum, hörte ein Bruchstück des Gespräches, holte sein Blackberry aus der Tasche und warf es in hohem Bogen aufs Parkett. "Hier, funktioniert noch", sagte er und hielt ihm das tadellos erhaltene Gerät vor die Nase. Der Kunde war überzeugt und entschied sich prompt für das kanadische Elektronikerzeugnis. Verkaufen kann so einfach sein. ;)
Mittwoch, 17.06.2009
Erleben, was Verbindung bedeutet.
Heute in der Berufsschule - gegen Mittag vibriert mein Handy. Ich gehe aus den Klassenraum und rufe zurück: Ein Kollege meldet sich und bittet um kurze Auskunft bezüglich eines Auftrags.
Ca. zwei Stunden später, ich bin bei Media Markt: Mein Kollege ruft wieder an und gibt mir, da wir uns diese Woche nicht mehr sehen und Freitag das neue iPhone auf den Markt kommt, Anweisungen, wie der Verkaufsstart abzulaufen hat.
ca. zehn Minuten Später - ein Kumpel ruft an und fragt, ob ich beim Möbelschleppen helfen würde - ich darf auch den Lieferwagen fahren. Klar, ist gebongt.
Ein paar Minuten danach sitze ich im Auto, Telefon klingelt wieder. Diesmal ist es meine Ausbilderin, sie hat mir ein Antragsformular fürs Frühauslernen geschickt. Sehr nett, vielen Dank!
Ich genieße einige Stunden Ruhe, bin gerade beim Geocaching. Eine Kollegin ruft an, um mit mir die morgige Bahnfahrt zu koordinieren. Prima, auf den Anruf habe ich gewartet.
Ungefähr eine Stunde nach dem Anruf klingelt der Apparat wieder. Ich bin noch immer beim Geocaching. Der "Schatz" ist hoch auf einem Baum versteckt und dort mit einem Magneten befestigt. Ich versuche, den Cache wieder auf den Baum zu bekommen, habe mir dazu Werkzeug aus einem herumliegenden Brett und einem Stück Ast gebaut. Es klingelt. Wieder meine Kollegin - sie hat neue Erkenntnisse zu den Fahrzeiten. Mit der einen Hand den Ast hochhaltend und mit der anderen telefonierend bedanke ich mich herzlich für die Auskunft.
Adrian Monk würde sagen: "Es ist ein Segen und ein Fluch."
Ca. zwei Stunden später, ich bin bei Media Markt: Mein Kollege ruft wieder an und gibt mir, da wir uns diese Woche nicht mehr sehen und Freitag das neue iPhone auf den Markt kommt, Anweisungen, wie der Verkaufsstart abzulaufen hat.
ca. zehn Minuten Später - ein Kumpel ruft an und fragt, ob ich beim Möbelschleppen helfen würde - ich darf auch den Lieferwagen fahren. Klar, ist gebongt.
Ein paar Minuten danach sitze ich im Auto, Telefon klingelt wieder. Diesmal ist es meine Ausbilderin, sie hat mir ein Antragsformular fürs Frühauslernen geschickt. Sehr nett, vielen Dank!
Ich genieße einige Stunden Ruhe, bin gerade beim Geocaching. Eine Kollegin ruft an, um mit mir die morgige Bahnfahrt zu koordinieren. Prima, auf den Anruf habe ich gewartet.
Ungefähr eine Stunde nach dem Anruf klingelt der Apparat wieder. Ich bin noch immer beim Geocaching. Der "Schatz" ist hoch auf einem Baum versteckt und dort mit einem Magneten befestigt. Ich versuche, den Cache wieder auf den Baum zu bekommen, habe mir dazu Werkzeug aus einem herumliegenden Brett und einem Stück Ast gebaut. Es klingelt. Wieder meine Kollegin - sie hat neue Erkenntnisse zu den Fahrzeiten. Mit der einen Hand den Ast hochhaltend und mit der anderen telefonierend bedanke ich mich herzlich für die Auskunft.
Adrian Monk würde sagen: "Es ist ein Segen und ein Fluch."
Samstag, 06.06.2009
Warten
Vorgestern hatte ich einen Kunden, den ich auf ein iPhone beraten hatte und der von dem Angebot sehr angetan war. Leider hatte er keinen Personalausweis dabei, welcher bei einem Vertragsabschluss zwigend notwendig ist. Ich sagte ihm, dass ich Freitag von zehn bis achtzehn Uhr da sei und ich ihm den Apparat zurücklegen könne. Er willigte ein und am nächsten Tag war er pünktlich da, musste allerdings warten, bis er an der Reihe war. Zum Ende des Gespräches meinte er, dass er es hasse zu warten aber angesichts der Beratungsqualität gerne zu warten bereit sei. Da war ich wirklich baff. Viele Kunden sehen nur die Wartzeit, aber nicht, dass man sich wirklich Mühe gibt, sämtliche relevanen Dinge zu vermitteln, so dass die Kunden den Laden ohne offene Fragen verlassen können. Beim Bäcker in der Schlange zu stehen und ohne weitere Nachfragen ein halbes Feinbrot zu bestellen ist eben etwas anderes, als einen Vertrag mit einer zweijährigen Laufzeit abzuschließen, zu dessen Inhalten es oftmals Fragen gibt. Ich wünsche mir, dass es auch unsere Kunden erkennen, denn jeder erwartet eine ordentliche Beratung und die ist, so meine ich, auch etwas Wartezeit wert. Auch mein Chef meint: "Verkaufen, schön und gut, aber der Kunde mus wissen, womit er nach Hause geht." Das kann ich nur unterschreiben und bitte um mehr Verständnis für Wartezeiten, denn bestimmt wollt Ihr auch die Zeit bekommen, die wir uns für die anderen Kunden nehmen, damit Ihr zufrieden seid.
